💔 Wenn wir uns immer wieder ablenken, betäuben, flüchten, irgendwann merken wir, dass hinter dieser scheinbaren Sicherheit Ohnmacht entsteht. Dass das Wegdrücken des Unangenehmen uns nicht wirklich schützt, sondern uns langsam von uns selbst entfernt. Je mehr wir verdrängen, desto sinnloser, schwerer, trauriger kann das Leben sich anfühlen. Denn nichts, was wir fühlen, verschwindet einfach. Es wartet. Es klopft, manchmal leise, manchmal laut. Und es zeigt sich in Form von innerer Unruhe, Müdigkeit, Gereiztheit, Leere oder plötzlich aufsteigenden Emotionen, die wir uns nicht erklären können. Das Verdrängte sucht keinen Ärger. Es sucht Kontakt. Es möchte gesehen werden. Heute brauchen wir diese alten Schutzmechanismen nicht mehr in der gleichen Weise. Wir sind nicht mehr das Kind, das sich vor einer überwältigenden Welt schützt. Wir sind erwachsen geworden, haben mehr innere Ressourcen, mehr Klarheit, mehr Stärke. Und vor allem: Wir können uns selbst lernen einen sicheren Raum schenken. In diesem Raum dürfen Gefühle sanft zurückkommen. Nicht als Sturm, nicht als Bedrohung, sondern als Einladung. Wir dürfen sie Schritt für Schritt wahrnehmen und spüren, ohne von ihnen überrollt zu werden. Gefühle sind nichts Gefährliches.
💔 Sie sind Bewegungen des Lebens, Impulse des Körpers, der uns sagen möchte: Hier gibt es etwas zu verstehen. Hier gibt es etwas zu heilen. Wir müssen uns nicht mehr ablenken. Nicht mehr betäuben. Nicht mehr so tun, als sei alles gut, während im Inneren etwas schreit. Stattdessen dürfen wir langsamer werden, stiller, achtsamer. Wir dürfen lernen, in uns selbst zu ruhen, auch wenn etwas wehtut. Der Schmerz, den wir fühlen, ist nicht das Problem. Das Problem ist der alte Glaube, dass wir ihn nicht aushalten können. Doch heute können wir es. Nicht weil wir unverwundbar geworden sind, sondern weil wir gewachsen sind. Wegschieben und Verdrängen mögen kurzfristig Erleichterung bringen, aber sie lösen nichts. Sie bringen uns stattdessen immer wieder in dieselben Muster, dieselben Kreise, dieselben inneren Sackgassen. Heilung hingegen ist ein Prozess, der uns behutsam zurückführt, zu unserer Lebendigkeit, zu unserer Würde, zu unserem inneren Gleichgewicht. Heilung bedeutet nicht, alles sofort zu fühlen oder alles zu verstehen. Heilung bedeutet, nicht länger vor uns selbst wegzulaufen. Es bedeutet, Stück für Stück Raum zu schaffen für das, was wir lange nicht anschauen konnten.
💔 Genau dort beginnt die Freiheit, die wir so lange gesucht haben. Verdrängung war einst unsere Art zu überleben. Doch jetzt dürfen wir leben. Wir dürfen es mit all unseren Gefühlen tun, in Sicherheit, mit Mitgefühl, und mit der tiefen Erkenntnis, dass nichts von dem, was in uns auftaucht, zu viel für uns ist.



